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08 November 2026

Wenn Katzen Nachwuchs bekommen: Trächtigkeit, Geburt und die ersten Tage

Eine Katzengeburt läuft meistens ohne Hilfe ab. Deine wichtigste Aufgabe ist, gut vorbereitet zu sein und zu wissen, wann der Tierarzt gebraucht wird. Hier steht, was du über die Zeit von der Trächtigkeit bis zu den ersten Wochen mit den Kitten wissen solltest.

Woran du eine Trächtigkeit erkennst

In den ersten Wochen sieht man der Katze meist nichts an. Das erste deutliche Zeichen sind die Zitzen: Etwa ab der dritten Woche werden sie rosa und größer. Später nimmt die Katze zu, der Bauch rundet sich und das Gesäuge füllt sich. Auch die Rolligkeit bleibt aus.

Manche Katzen fressen um die vierte Woche kurz weniger oder erbrechen etwas. Andere werden anhänglicher, ruhiger oder ziehen sich eher zurück. Das Verhalten ist von Katze zu Katze verschieden, große Veränderungen sind nicht die Regel.

Sicherheit gibt nur der Tierarzt

Ein dicker Bauch muss nicht immer Nachwuchs bedeuten, auch Würmer oder Krankheiten können dahinterstecken. Der Tierarzt kann die Trächtigkeit per Ultraschall bestätigen, ungefähr ab der dritten Woche. Um die Kitten zu zählen, wird gegen Ende geröntgt, etwa ab Tag 45, weil dann die Skelette zu sehen sind. Das Abtasten überlässt du besser dem Tierarzt, denn zu viel Druck auf den Bauch kann schaden.

Wie lange dauert die Trächtigkeit?

Im Durchschnitt sind es 63 bis 65 Tage. Die Quellen nennen je nach Katze Spannen von etwa 60 bis 67 Tagen, manche gehen bis über 70 Tage. Weil man den Zeitpunkt der Paarung gerade bei Freigängern oft nicht genau kennt, ist der errechnete Termin nur ein Richtwert. Sind die Kitten deutlich überfällig, gehört die Katze zum Tierarzt.

So entwickeln sich die Kitten im Bauch

Die folgenden Angaben sind grobe Richtwerte, jede Trächtigkeit verläuft etwas anders.

  • Woche 1 und 2: Nach der Befruchtung nisten sich die winzigen Embryonen in der Gebärmutter ein. Von außen ist nichts zu sehen.
  • Woche 3: Im Ultraschall lassen sich die Embryonen jetzt erkennen, und die Zitzen färben sich rosa.
  • Woche 4 bis 6: Die Kitten wachsen schnell, Organe, Muskeln und Knochen bilden sich aus. Die Katze nimmt sichtbar zu.
  • Ab etwa Tag 45: Die Skelette sind so weit entwickelt, dass der Tierarzt die Kitten auf dem Röntgenbild zählen kann.
  • Woche 8 und 9: Die Kitten wachsen jetzt am stärksten und bereiten sich auf die Geburt vor. Die Mutter wird unruhiger und sucht einen Platz für den Wurf.

Ernährung und Betreuung der trächtigen Katze

  • Kittenfutter: Sobald du von der Trächtigkeit weißt, passt hochwertiges Kittenfutter gut, weil es mehr Energie, Eiweiß und Nährstoffe enthält.
  • Mehr Futter gegen Ende: In den letzten Wochen braucht die Katze deutlich mehr. Biete es lieber in mehreren kleinen Portionen an, weil im Bauch immer weniger Platz ist.
  • Nicht überfüttern: Mehr Futter ja, aber die Katze soll nicht zu dick werden.
  • Keine Zusätze auf eigene Faust: Vitamin- oder Kalziumpräparate gibst du nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt.
  • Frisches Wasser: Es muss immer reichlich bereitstehen.
  • Kater fernhalten: Auch eine trächtige Katze kann sich noch einmal paaren.
  • Drinnen bleiben: Gegen Ende sollte die Katze nicht mehr nach draußen, damit sie die Kitten nicht irgendwo im Versteck bekommt.
  • Medikamente: Wurmkur, Flohmittel, Impfungen und andere Medikamente nur nach Absprache mit dem Tierarzt.
  • Ruhe: Streicheln ist erlaubt, am Bauch mag sie es jetzt oft nicht. Große Veränderungen und Trubel solltest du vermeiden.

Das Wurflager vorbereiten

Richte mindestens zwei Wochen vor dem Termin einen ruhigen, warmen und zugfreien Platz ein, am besten abseits vom Familientrubel. Eine große Pappkiste oder Wurfkiste mit weichen, sauberen Tüchern reicht völlig aus. Die Tücher sollten keine tiefen Falten bilden, in denen sich Kitten verfangen können. Futter, Wasser und Katzenklo sollten in der Nähe stehen. Manche Katzen suchen sich trotzdem lieber einen eigenen Platz aus, etwa den Wäscheschrank. Das ist in Ordnung, zwingen solltest du sie nicht.

Bereit liegen sollten:

  • saubere Handtücher und Küchenrolle
  • ein Wärmekissen oder eine Wärmflasche mit Bezug
  • eine Küchenwaage, die auf das Gramm genau wiegt
  • Stift und Zettel für Uhrzeiten, Anzahl der Kitten und Nachgeburten
  • die Telefonnummer deines Tierarztes und der nächsten Tierklinik mit Notdienst
  • eine Transportbox, falls es schnell gehen muss

Woran du merkst, dass es losgeht

  • Die Katze wird unruhig, läuft umher und besucht immer wieder das Wurflager.
  • Sie putzt sich auffällig viel und miaut oder schnurrt mehr als sonst.
  • Sie sucht sich einen ruhigen, geschützten Rückzugsort.
  • Viele Katzen fressen in den letzten 24 Stunden nichts mehr, trinken dafür oft mehr.
  • Manchmal tritt Milch aus den Zitzen aus.
  • Die Körpertemperatur, normal sind etwa 38 bis 39 Grad, kann kurz vorher unter 37,8 Grad sinken.
  • Manche Katzen suchen jetzt besonders deine Nähe, andere wollen lieber allein sein.

Das ist die erste Phase der Geburt, die Eröffnungsphase. Die Wehen sind noch schwach und von außen kaum zu sehen. Bei der ersten Geburt kann sie lange dauern, laut den VCA-Tierkliniken bis zu 36 Stunden.

Die Geburt in drei Phasen

Beobachte still und mit etwas Abstand. Viele Katzen mögen es nicht, wenn man ihnen zu nah kommt.

Phase 1, Eröffnung: Die Gebärmutter beginnt sich zusammenzuziehen. Die Katze ist unruhig, hechelt vielleicht oder wimmert leise. Zwischen Beginn der Wehen und dem ersten Kitten vergehen oft etwa zwei Stunden.

Phase 2, die Kitten kommen: Jetzt setzt die Bauchpresse ein, der Bauch zieht sich sichtbar zusammen. Die meisten Kitten kommen mit dem Kopf voran, mit dem Hinterteil zuerst ist ebenfalls normal. Die Mutter öffnet die Fruchtblase, beißt die Nabelschnur durch und leckt das Kitten trocken, das regt auch die Atmung an. Bei einem Kitten dauert das meist 5 bis 30 Minuten.

Phase 3, Nachgeburt: Nach jedem Kitten folgt die Plazenta. Dass die Mutter sie frisst, ist normal. Zähle trotzdem mit, wie viele Kitten und Nachgeburten kommen, und notiere es. Bleibt eine Nachgeburt zurück, braucht die Katze tierärztliche Hilfe.

Wie lange dauert das alles?

  • Zwischen zwei Kitten liegen im Schnitt 10 Minuten bis eine Stunde.
  • Ein Wurf hat oft vier bis sechs Kitten, es können aber auch weniger oder mehr sein.
  • Manche Katzen legen zwischen zwei Kitten eine längere Pause ein und ruhen sich aus. Die VCA-Tierkliniken beschreiben Pausen von bis zu 24 bis 36 Stunden. Wirkt die Katze dabei entspannt und presst nicht, ist das meist kein Notfall. Presst sie weiter oder wirkt gestresst, ruf beim Tierarzt an.
  • Andere Quellen raten schon zum Anruf, wenn zwischen zwei Kitten mehr als eineinhalb Stunden vergehen. Im Zweifel lieber einmal zu früh anrufen.

Wann du selbst helfen kannst

In den allermeisten Fällen musst du gar nichts tun. Atmet ein Kitten nicht richtig, kannst du es im Notfall vorsichtig mit einem sauberen Tuch abreiben. Wenn du unsicher bist, sagt dir der Tierarzt am Telefon, was zu tun ist. Greife nicht ein, nur weil es lange dauert.

Wann du sofort zum Tierarzt musst

  • Die Katze presst kräftig, aber es kommt kein Kitten. Die VCA-Kliniken nennen 20 Minuten, bei einem sichtbaren Kitten, das nicht herauskommt, etwa 10 Minuten. Andere Quellen sprechen von bis zu zwei Stunden. Warte besser nicht so lange.
  • Ein Kitten steckt halb draußen fest.
  • Es fließt über mehr als zehn Minuten frisches Blut.
  • Der Ausfluss ist grün, dunkel oder stark übelriechend.
  • Die Mutter wirkt schwach oder teilnahmslos oder hat Fieber.
  • Die Katze presst weiter, obwohl alle Kitten geboren sind. Dann kann noch eine Nachgeburt zurückgeblieben sein.
  • Der errechnete Termin ist deutlich überschritten, ohne dass die Geburt beginnt.

Die ersten Tage mit Mutter und Kitten

Sind alle Kitten da, kommt die Mutter meist zur Ruhe und kümmert sich eng um die Kleinen. Lass die Familie weitgehend in Ruhe, halte andere Haustiere fern und lass Besuch erst später zu den Kitten.

Wärme

Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst halten. Die VCA-Tierkliniken nennen für die ersten vier Tage etwa 29 bis 32 Grad, danach sinkt der Wert langsam: etwa 27 Grad in der ersten Woche und etwa 22 Grad am Ende des ersten Monats. Eine Wärmequelle am Rand des Lagers ist hilfreich, damit die Kitten bei Bedarf ausweichen können.

Trinken und Wiegen

Die Kitten sollten bald nach der Geburt anfangen zu saugen. Wiege sie am besten jeden Tag zur selben Zeit und notiere das Gewicht. Sie sollten stetig zunehmen. Ein Kitten, das abnimmt, ständig schreit, schwach wirkt oder nicht trinkt, braucht den Tierarzt. Solche Kümmerlinge schaffen es allein oft nicht.

Was in den ersten Wochen normal ist

  • Die Augen sind zunächst geschlossen und öffnen sich nach etwa ein bis zwei Wochen.
  • Bis dahin sind die Kitten blind und taub und finden die Zitzen über Geruch und Gefühl.
  • Die Mutter leckt Bauch und Po der Kitten ab, das regt Verdauung und Ausscheidung an.
  • Fühlt sich die Mutter am Wurfplatz nicht sicher, kann sie die Kitten an einen anderen Ort tragen.

Auch die Mutter im Blick behalten

Melde dich beim Tierarzt, wenn du eines der folgenden Anzeichen siehst:

  • eitriger oder übelriechender Ausfluss
  • Fieber, Mattigkeit, Appetitlosigkeit oder Erbrechen
  • eine harte, heiße, geschwollene und schmerzhafte Zitze, das kann eine Gesäugeentzündung sein
  • Unruhe, Hecheln, Muskelzittern oder ein wackeliger Gang. Das kann eine Eklampsie (Kalziummangel) sein und tritt meist drei bis fünf Wochen nach der Geburt auf. Dann ist schnelle Hilfe nötig.

Tierärztliche Kontrollen und danach

  • In der Trächtigkeit: ein Termin zur Bestätigung und ein Kontrolltermin gegen Ende. Kläre vorher, wie dein Tierarzt nachts und am Wochenende erreichbar ist.
  • Nach der Geburt: Lass Mutter und Kitten zeitnah untersuchen. Wurmkur und Flohschutz für alle besprichst du dort.
  • Impfung: Die erste Impfung der Kitten steht meist mit etwa acht Wochen an.
  • Bei der Mutter: Eine Katze kann schon wenige Wochen nach der Geburt wieder rollig werden. Die Kastration solltest du deshalb früh mit dem Tierarzt besprechen.
  • Abgabe: Die Kitten sollten mindestens acht Wochen bei ihrer Mutter bleiben.

Zum Schluss

Trächtigkeit und Geburt sind für Katzen etwas ganz Natürliches, und meistens braucht die Mutter vor allem Ruhe, Wärme und gutes Futter. Mit einem vorbereiteten Wurfplatz und der Nummer des Tierarztes in Reichweite bist du für die meisten Fälle gut gerüstet.