Eine Wohnung mit wenig Licht und eine Katze, die an allem knabbert: Da stellt sich schnell die Frage, welche Pflanze überhaupt einziehen darf. Viele beliebte Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig. Zum Glück gibt es eine ganze Reihe ungiftiger Alternativen, und einige davon kommen auch mit wenig Licht klar.
Diese Pflanzen solltest du meiden
Bevor es um die guten Kandidaten geht, kurz zu den Problemfällen. Giftig für Katzen sind unter anderem:
- Lilien: Sie gelten für Katzen als besonders gefährlich. Schon kleine Mengen, selbst Pollen oder Vasenwasser, können die Nieren schädigen.
- Einblatt (Spathiphyllum)
- Efeu
- Dieffenbachie
- Monstera
Wenn du bei einer Pflanze unsicher bist, schau vor dem Kauf nach dem botanischen Namen und prüfe ihn, zum Beispiel in der Pflanzenliste der ASPCA oder bei deinem Tierarzt. Der deutsche Name allein ist oft nicht eindeutig.
Ein Hinweis zum Licht
Ganz ohne Tageslicht wächst keine Pflanze. Für Räume mit kleinem Fenster oder Nordseite gibt es aber Arten, die mit Schatten gut zurechtkommen. In einem Raum ganz ohne Fenster hilft nur eine Pflanzenlampe. Außerdem gilt: Im Schatten verdunstet das Wasser langsamer. Deshalb wird dort weniger gegossen als an einem hellen Fenster. Die häufigste Todesursache bei Zimmerpflanzen ist zu viel Wasser.
Für wenig Licht
Schusterpalme (Aspidistra elatior)
Der Name sagt es schon: Die Schusterpalme gilt als nahezu unverwüstlich und steht auch im Flur oder in einer dunklen Ecke. Sie ist wintergrün und kommt mit kühleren Räumen gut klar, zum Beispiel im Eingangsbereich. Gegossen wird nur mäßig, etwa einmal pro Woche, die Erde sollte locker und durchlässig sein. Ihre großen, festen Blätter bleiben auch nach einem Katzenbesuch meist heil. Falls doch mal ein Blatt angeknabbert wird, treibt sie wieder aus. Ein schwerer Topf verhindert, dass sie umkippt.
Schwertfarn (Nephrolepis exaltata)
Farne mögen es feucht. Deshalb fühlt sich der Schwertfarn in Bad oder Küche besonders wohl. Die Erde sollte gleichmäßig feucht bleiben, aber ohne Wasser im Topf. Ist die Heizungsluft im Winter sehr trocken, hilft gelegentliches Besprühen oder ein Luftbefeuchter. Die Wedel sehen für Katzen aus wie ein Spielzeug. Am besten kommt der Farn in eine Hängeampel oder auf ein Regal, wo er nicht ständig attackiert wird.
Zebra-Haworthie (Haworthia fasciata)
Oft wird sie Zebrakaktus genannt, ist aber gar kein Kaktus, sondern eine kleine Sukkulente mit gestreiften, dickfleischigen Blättern. Sie kommt mit Halbschatten zurecht und braucht kaum Pflege. Gegossen wird nur sparsam, im Winter noch weniger, denn Staunässe lässt die Wurzeln schnell faulen. Am besten eignet sich spezielle Kakteen- und Sukkulentenerde. Die Pflanze ist klein und leicht, deshalb sollte sie in einem schweren Topf stehen, damit sie nicht vom Regal gefegt wird.
Korbmarante (Calathea)
Die Marante bekommt nur sanftes Licht ohne direkte Sonne. Sie mag gleichmäßige Feuchtigkeit, aber keine Staunässe, und alle paar Wochen etwas Flüssigdünger. Ihr Markenzeichen: Abends klappen die Blätter nach oben zusammen. Sie ist etwas anspruchsvoller in der Pflege als die anderen, dafür ungiftig und sehr dekorativ. Die zarten Blätter können Katzen reizen. Ein Platz auf einem Regal oder Tisch schützt sie vor Pfoten.
Für helleren Schatten
Grünlilie (Chlorophytum comosum)
Die Grünlilie verzeiht Pflegefehler und wächst bei normalem Zimmerlicht, nur die heiße Nachmittagssonne verträgt sie nicht. Gegossen wird alle ein bis zwei Wochen, wenn die Erde zwischendurch etwas angetrocknet ist. Wohl fühlt sie sich bei etwa 18 bis 22 Grad. Ihre langen Triebe mit den Ablegern reizen viele Katzen zum Knabbern. Deshalb gehört sie am besten in eine Hängeampel oder auf einen hohen Schrank. Wenn viel davon gefressen wird, kann der Magen mal rebellieren.
Ufopflanze (Pilea peperomioides)
Mit ihren runden Blättern ist die Ufopflanze ein echter Hingucker. Sie braucht einen hellen Platz ohne pralle Sonne, ein dunkler Flur ist nichts für sie. Gegossen wird mäßig, die Erde darf oben zwischendurch antrocknen. Wenn du die Pflanze regelmäßig drehst, wächst sie gleichmäßig. Junge Blätter und Ableger knabbern Katzen durchaus gern. Stell sie deshalb auf einen festen Untergrund, damit sie nicht umkippt.
Bromelie (Guzmania)
In der Natur wächst die Bromelie auf Bäumen und bekommt ihr Wasser über den Trichter in der Blattmitte. Dort füllst du regelmäßig Wasser ein und tauschst es alle ein bis zwei Wochen aus, damit nichts fault. Auch sie mag es hell, aber ohne direkte Sonne. Mit ihren leuchtenden Farben ist sie ein schöner Farbtupfer auf einem Beistelltisch oder Regal. Nach der Blüte bildet sie kleine Nebentriebe, die du abnehmen und neu einpflanzen kannst.
So wird es sicher für die Katze
- Schwere Töpfe oder Übertöpfe verwenden, damit nichts umkippt. Ein paar Steine im Topf können zusätzlich beschweren.
- Empfindliche Pflanzen wie die Calathea hoch stellen oder aufhängen.
- Untersetzer und Gießwasser für die Katze unzugänglich halten. Das Wasser kann Dünger enthalten.
- Düngen am besten sparsam, zum Beispiel mit Langzeitdünger im Frühjahr.
- Pflanzen regelmäßig auf Fraßspuren und verstreute Erde kontrollieren.
Katzengras als Ablenkung
Viele Katzen knabbern aus Spaß an Grünzeug. Wenn du ihnen Katzengras oder Katzenminze (Nepeta cataria) anbietest, bleibt oft die restliche Zimmerpflanze verschont. Stell das Gras am besten in Bodennähe, wo die Katze es leicht erreicht.
Wenn die Katze doch etwas Falsches frisst
Ungiftig heißt nicht, dass jede Katze die Pflanze auch problemlos verträgt. Wer viel Grünzeug frisst, bekommt manchmal einen Magen, der rebelliert. Bei Erbrechen, Sabbern oder Appetitlosigkeit nach dem Knabbern geht es zum Tierarzt. Das gilt erst recht, wenn die Katze eine Pflanze erwischt hat, bei der du dir nicht sicher bist. Nimm im Zweifel ein Stück der Pflanze mit, dann kann die Praxis sie schneller einordnen.

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